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Geschichte
der Blutegeltherapie
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Die Blutegeltherapie ist eine der
ältesten Therapiearten und muss
wohl durch
einen dummen Zufall entstanden sein.
WANKE hat damals (1951) spekuliert,
dass jemand beim Kühlen eines
Abszess am Zeh direkt an dieser Stelle
von einem Blutegel gebissen wurde.
Dieser jemand habe sich wahrscheinlich
über die rasche Heilung gewundert
und dieses weiterempfohlen. Und so
weiter und so weiter. Die ersten uns
bekannte Aufzeichnungen über
Blutegel sind alte Sanskrit-Aufzeichnungen
des alten Indiens von ca. 500 v.Chr..
Diese erklären die Zucht und
auch die Anwendung von Blutegeln.
Später hat Nicandros von Colophon
(200-130 v. Chr.) als asiatischer
Arzt sie oft angewendet. Als Vater
der Blutegeltherapie zählt jedoch
Themison von Laodice (100 v. Chr.),
der die Blutegeltherapie systematisiert
hat.
Viele Schriften berichteten später
von der Blutegeltherapie.
Ancyllus hat ca. 140 n.Chr. einen
Blutegel angestochen, während
er saugt. Der Blutegel saugt fleißig
weiter und lässt sich nicht von
der Arbeit abhalten. Hierdurch wurde
eine stärkere Blutausfuhr erreicht.
Dieses Verfahren
wird heutzutage eigentlich nirgends
mehr gemacht. |
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| Anfang
des 19. Jahrhunderts wurde durch den Chirurg
der Armee von Napoleon Broussais die Blutegeltherapie
für fast jede Krankheit benutzt. Hier
wurden auch nicht nur wenige gezielte Blutegel
angesetzt, sondern teilweise waren über
80 Egel in einer Behandlung normal. Dass
es bei solchen Mengen teilweise zu Todesfällen
gekommen ist, ist nicht verwunderlich. Zu
der Zeit waren Blutegel so populär,
dass sogar die Modewelt von Ihnen beeinflusst
wurde. |
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Die
einzigartige Rückzeichnung wurde bei
Frauenkleidern nachgefertigt und wurde„robes
à la Broussais“ genannt. Nicht
nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland
stiegen die Blutegelimporte zu dieser Zeit
ungemein an.
In Deutschland soll der Verbrauch pro Jahr
um 1850 bei 25 Millionen gelegen haben.
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Mit
dieser Zeit fand die Blutegeltherapie
ihren Höhepunkt aber auch ihren
tiefsten Absturz, da sie als Vampyrismus
bezeichnet wurde und einen immer
schlechteren Ruf bekam. Seit 1920
versuchten Mediziner, besonders
der Deutsche Arzt
Heinz Bottenberg, die Blutegeltherapie
wieder zu Ehren zu verhelfen und
haben sie sachlich erkundet und
angewandt. Vor
nicht allzu langer Zeit wurde die
Blutegeltherapie bei der plastischen
Chirurgie |
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eingesetzt,
um verloren gegangene Gliedmaßen
wieder an den Körper zu integrieren.
Genauso laufen zur Zeit mehrere
Studien im Bereich Arthrose, Krampfadern
und Tinnitus. Dass die Medizin nicht
ganz auf die Blutegel verzichten
möchte, erkennt man an Salben,
in denen Blutegelstoffe enthalten
sind, wie z.B.: Exhirud. Erfahrungsgemäß
hilft ein Blutegel jedoch viel besser
und stärker als eine Salbe.
Viele Informationen
der Geschichte entnahm ich dem
Buch „Der medizinische
Blutegel und seine Verwandten“
von Prof. Dr. Konrad Herter. |
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